• Wohnstandort stärken

Wohnstandort stärken

30.11.2018

HEV-Info-Treff mit St.Galler Kantonalbank - Über 100 Personen folgten der Einladung zum HEV-Info-Treff der diesjährigen Gastgeberin, der St.Galler Kantonalbank. Nach der Begrüssung durch Joachim Bühler, Leiter Privatkunden und Mitglied der Direktion, sowie dem Leitreferat von Dominik Matter zur Studie «Wohnstandort St.Gallen» konnten verschiedene Workshops besucht werden.

Wohin geht es mit dem Wohnstandort St.Gallen? «Die Leerwohnungsquote ist in St.Gallen entgegen dem schweizweiten Trend gestiegen», so lautete eine erste Erkenntnis vom Studienautor Dominik Matter von Fahrländer Partner. Nicht ein Überschuss neuer Bauten, sondern eine zu tiefe Nachfrage sei die Ursache. Dies erkläre auch die Stagnation bei der Bevölkerungsentwicklung. Überrascht hätten die Erkenntnisse zum Arbeitsmarkt: Sogar in Wachstumssektoren wie den Unternehmensdienstleistungen gingen in der Stadt in den letzten Jahren Jobs verloren, also wertschöpfungsstarke Branchen, die man eigentlich haben möchte. «Mit attraktiven urbanen Wohnkonzepten für Familien und Kreative könnte St.Gallen in Zukunft punkten», so Dominik Matter im Fazit. Gerade Altliegenschaften aus den 60er und 70er-Jahren müssten dafür aktiv umgenutzt oder erneuert werden.

Chancen und Risiken bei Kauf oder Übernahme einer Altliegenschaft
Roger Bechtiger kennt sich mit der Umnutzung von Altliegenschaften und generationenübergreifendem Wohnen wie Arbeiten bestens aus. Sein Architekturbüro in St.Georgen nutzt das über mehrere Bauepochen entstandene 300-jährige Elternhaus fürs Arbeiten wie Wohnen. Einerseits müsse bei einem Altbau zwischen den historischen Bauten und den Altbauten des 20. Jahrhunderts unterschieden werden. Auch gehe es darum zu klären, wie man mit historischen Einflüssen wie Setzungen, Altlasten oder Schädlingsbefall umgehe. Zudem sei im Sinne der Kostenkontrolle zu entschieden, wo und wann energetische Massnahmen sinnvoll sind. «Jeder Altbau ist als Individuum zu behandeln – ein gutes Konzept von Beginn weg ratsam!», war denn auch das Fazit von Roger Bechtiger.

Vor- und Nachteile beim Erwerb von Haus- oder Stockwerkeigentum
Cyrill Zumbühl, Leiter Rechtsdienst bei der HEV Verwaltungs AG, ging in seinem Workshop auf wichtige Punkte beim Kauf von Wohneigentum ein. Beim Stockwerkeigentum würden unklare oder unvollständige Reglementsbestimmungen zu Diskussion führen. Bei Unterhaltsarbeiten werde diskutiert, was dringend, nützlich oder eben luxuriös sei. Doch auch beim Hauskauf könne es Streitigkeiten mit Nachbarn geben, gerade bei einer ungenauen Klärung von Lasten und Pflichten, z.B. Dienstbarkeiten wie Fuss-, Fahrweg- oder Pfandrechte. Falls Dinge unklar: «Der Rechtsdienst des HEV bietet jedem HEV-Mitglied 15 Minuten unentgeltliche Rechtsauskunft», so Cyrill Zumbühl zum Abschluss.

Wissenswertes rund ums Eigenheim
Rémy Erismann, Berater Privatkunden bei der St.Galler Kantonalbank zeigte in seinem Workshop auf, welche Grundsätze bei der Immobiliensuche zu beachten sind. Mit dem «Lagecheck» der St.Galler Kantonalbank könne man prüfen, wie gut die Lage eines Objekts hinsichtlich verschiedener Kriterien (Erschliessung, Einkaufsmöglichkeiten, Schulen etc.) beurteilt werde. Nach der Vorstellung der Amortisations-Modelle wurden auch die bei einem Hauskauf wichtigen Themen Vorsorge, Pensionierung und Erben angesprochen.