Rund 100 HEV-Mitglieder liessen sich die Chance nicht nehmen, einen Blick hinter die Kulissen des Heimstadions des FC St.Gallen zu werfen. Die Besichtigung führte unter anderem in die VIP-Logen, auf die Ersatzbank oder in den Gästesektor, und klärte auf, weshalb der Rasen in St.Gallen zu den besten der Schweiz gehört. Im Zentrum des gemeinsam mit der Generalagentur Alex Pfister AG von Zurich Versicherungen organisierten Anlasses stand allerdings nicht der Fussball, sondern die zunehmende Cyber-Kriminalität. Im zweiten Veranstaltungsteil erhielten die Teilnehmenden Einblick in die Methoden skrupelloserCyberkrimineller.
Alle können betroffen sein
Die zentrale Botschaft war einfach wie eindrücklich: Cyberangriffe treffen nicht nur andere. Viele Angriffe erfolgen automatisiert. Kriminelle greifen nicht gezielt bestimmte Personen an, sondern dort, wo sie Sicherheitslücken finden. Es sind jedoch meistens weniger technische als menschliche Schwachstellen, die brutal ausgenutzt werden. Beim sogenannten SocialEngineering werden Menschen getäuscht, damit sie selbst vertrauliche Informationen preisgeben, Zahlungen auslösen oder einen Zugang ermöglichen.
Besonders eindrücklich waren die Beispiele rund um Deepfakes. Künstliche Intelligenz ermöglicht es inzwischen, Gesichter und Stimmen täuschend echt nachzuahmen. Vor Ort wurde dazu live mit einer «falschen» Bundesrätin Karin Keller-Sutter demonstriert, wie trügerisch Deepfakes sein können.
Ein vermeintlicher Videoanruf des Sohnes aus den Ferien, der wegen Problemen mit dem Mietauto dringend Kreditkarteninformationen benötigt, kann deshalb in Wahrheit von Kriminellen stammen.
Ferienwohnung, die nicht existiert
Auch beim Online-Shopping lauern Gefahren. Ein vermeintlicher Influencer kann mit einem gefälschten Video für einen Online-Shop werben. Die Bestellung wird aufgegeben, bezahlt – doch die Ware kommt nie an. Selbst Ferienunterkünfte lassen sich auf diese Weise täuschend echt inszenieren. Im präsentierten Beispiel überzeugten ein professioneller Video-Rundgang, freundliche Kommunikation und scheinbar echte Bewertungen eine Familie davon, eine Ferienwohnung zu buchen. Nach der Überweisung von 2300 Franken stellte sich vor Ort heraus: Die Adresse existiert nicht, der Gastgeber war nicht mehr erreichbar.
Bei Druck: stoppen
Die Referenten gaben den Teilnehmenden konkrete Verhaltensregeln mit auf den Weg. Wer beispielsweise von einer nahestehenden Person unter Zeitdruck um Geld oder vertrauliche Informationen gebeten wird, sollte einen zweiten Kommunikationskanal wählen und die Person über eine bekannte Telefonnummer zurückrufen. Auch ein zuvor vereinbartes Geheimwort kann helfen, die Identität zu überprüfen. Und vor allem gilt: Wer unter Druck gesetzt wird, sollte nicht sofort handeln, sondern innehalten und überprüfen.
Beste Firewall sitzt zwischen den Ohren
Cyber-Sicherheit beginnt aber bereits bei den alltäglichen Gewohnheiten. Empfohlen werden kritisches Denken, sichere Passwörter und die Nutzung der Zwei-Faktor-Authentifizierung. Auch bei Downloads ist Vorsicht geboten. Denn selbst die beste technische Sicherheitslösung kann einen unachtsamen Nutzer nicht vollständig schützen. «Die beste Firewall sitzt zwischen euren Ohren», lautete eine der prägnantesten Aussagen des Referats.
Prävention und Versicherung
Damit wurde am HEV Info-Treff deutlich: Gegen Cyberkriminalität gibt es keinen hundertprozentigen Schutz. Wer jedoch aufmerksam bleibt, ungewöhnliche Situationen hinterfragt und einige einfache Sicherheitsregeln beachtet, kann das Risiko deutlich reduzieren. Und sollte trotz aller Vorsicht etwas passieren, können technische Unterstützung und eine passende Versicherung helfen, den Schaden zu begrenzen.

