• Lebensanker nicht kappen

Lebensanker nicht kappen

04.05.2022

Linker Widerstand gefährdet Entwicklung – 1,2 Milliarden Franken beantragt der Bundesrat dem Parlament für die Sanierung und Stärkung unserer Stadtautobahn. Nebst dem Bau der dritten Röhre des Rosenbergtunnels ist auch der Zubringer zum Güterbahnhof vorgesehen. Der Lebensanker für die Erreichbarkeit von St.Gallen

Der HEV Stadt St.Gallen zeigt sich erfreut über den Entscheid des Bundesrats, der das Generelle Projekt für die dritte Röhre des Rosenbergtunnels genehmigt hat. Ebenso erfreulich ist die Tatsache, dass gemäss Bundesrat der unterirdische Autobahnzubringer zum Güterbahnhof-Areal mit Verlängerung in Richtung Appenzellerland parallel zum Teilprojekt dritte Röhre Rosenberg durch das ASTRA gemeinsam mit der Region weiterbearbeitet wird. Das innerstädtische Verkehrsnetz kann nur mit dem Gesamtprojekt inklusive Zubringer und Tunnel wirklich entlastet und damit die Verkehrssituation in der Stadt St.Gallen nachhaltig verbessert werden.

Dass sich Sozialdemokraten wie Grüne konsequent gegen Strassenprojekte aussprechen, ist man sich in der Zwischenzeit gewohnt. Mit Marcel Baur wird aber ausgerechnet ein Grünliberaler zum zweiten Sprachrohr gegen die Erreichbarkeit von St.Gallen. Es scheint für diese junge Partei irrelevant zu sein, dass von den rund 64 000 in der Stadt St.Gallen Erwerbstätigen über 37 000 – also weit mehr als die Hälfte – von auswärts stammt. Drei Viertel der Fachkräfte aus dem Appenzellerland, dem Bodenseeraum und aus Richtung Zürich wählen bei ihrem Arbeitsweg nach wie vor das Auto. Wer aber seine Erreichbarkeit mutwillig abwürgt, der nimmt seiner Wirtschaft die Talente – und damit unsere Stadt sämtliche Entwicklungschancen.

Das Gesamtprojekt hilft, den Verkehr sowohl auf der Autobahn wie in der Stadt zu verflüssigen und die regionale Erreichbarkeit zu verbessern. Gleichzeitig wird der Verkehr an der Oberfläche verringert, was mehr Platz für den öffentlichen Verkehr und den Fussund Veloverkehr verschafft und Quartiere stark entlastet. Und mit der hauptsächlich unterirdischen Führung der neuen Strassen und Anschlüsse bleibt die Entwicklung des Areals Güterbahnhof möglich. Die Stadtbevölkerung hat mit ihrem deutlichen Nein zur Güterbahnhof-Initiative 2016 bereits klar Ja gesagt zu dieser dringend nötigen Verkehrsentlastung.

Der Bau der dritten Röhre würde gemäss Astra nicht vor 2030 beginnen und rund sechs Jahre dauern. Die Signale aus St.Gallen nach Bern sollten deshalb positiv bleiben. Die St.Galler Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer sind gut beraten, sich aktiv für die wichtigen Infrastrukturprojekte im Strassenbereich einzusetzen. Denn wie Studien zeigen, nimmt mit jeder zusätzlichen Minute Fahrzeit auf dem Arbeitsweg der Wert eines Familienhauses um CHF 21 000.– ab. Erreichbarkeit ist immer auch Entwicklung. Für die Haus- und Wohneigentümer bedeutet Erreichbarkeit aber vor allem auch Werterhalt.