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HEV warnt vor verkehrstechnischem Experiment

08.12.2025

Im Rahmen des Vernehmlassungsverfahrens kritisiert der Hauseigentümerverband Stadt St.Gallen (HEV) die vorgeschlagene Neugestaltung der St.Leonhardstrasse und des Oberen Grabens scharf. Sie wäre sicherheits- und verkehrstechnisch untragbar und verschlechtert die Erreichbarkeit der Innenstadt. Sauer stösst dem HEV auch die fehlende Kostentransparenz auf. Er fordert eine grundlegende Überarbeitung des Projekts.

 

Der Hauseigentümerverband St.Gallen (HEV) lehnt das vorliegende Vorprojekt zur Neugestaltung der St.Leonhardstrasse und des Oberen Grabens in der jetzigen Form klar ab. Die Planung verkennt die Funktion dieser Achse als eine der wichtigsten städtischen Verkehrsverbindungen und setzt auf ein riskantes Verkehrsexperiment zulasten von Sicherheit, Gewerbe und Erreichbarkeit.

Zu hohes Fussgänger- und Verkehrsaufkommen

Besonders kritisch beurteilt der städtische HEV die Einführung des flächigen Querens (FLOZ). Angesichts der hohen Verkehrsdichte, der grossen Zahl querender Fussgängerinnen und Fussgänger und der Bedeutung der Strasse als Haupterschliessung ist FLOZ sicherheits- und verkehrstechnisch untragbar. Auch aus rechtlicher Sicht ist es als problematisch zu beurteilen. Bei einem so hohen Fussgänger- und Verkehrsaufkommen wurde FLOZ in der Schweiz noch nie umgesetzt. Das Konzept widerspricht geltenden Standards und Erfahrungen aus anderen Gemeinden. Es wäre ein Experiment mit ungewissem Ausgang. Ein Risiko, das nicht eingegangen werden darf. Der HEV fordert deshalb die Beibehaltung klar geregelter Querungen.

Erreichbarkeit für Gewerbe und Eigentümer eingeschränkt

Aus Sicht der Liegenschaftseigentümer sind auch die geplanten Eingriffe in Ladezonen, Parkierungsanlagen und private Zufahrten inakzeptabel. Die Reduktion von Anhalte- und Güterumschlagsplätzen sowie Tempo 30 gefährdet das lokale Gewerbe und verschlechtert die Erreichbarkeit der Innenstadt erheblich. Zudem fehlt ein belastbares Sicherheitskonzept für Rettungsfahrzeuge und die geplanten Baumpflanzungen verunmöglichen an einzelnen Standorten private Parkplätze.

Kosten nicht transparent

Mit Sorge blickt der HEV auch auf die finanzielle Dimension des Projekts. Die Stadt hat es unterlassen, die Gesamtkosten transparent auszuweisen. Ohne klare Kostenbasis ist eine sachgerechte Abwägung im Mitwirkungsverfahren nicht möglich. Angesichts der klammen Stadtfinanzen werden tiefere Investitions- aber auch Unterhaltskosten gefordert, indem die Anzahl der geplanten Bäume halbiert wird.

Grundlegende Überarbeitung nötig

Der HEV fordert den Stadtrat auf, das Projekt grundlegend zu überarbeiten: keine FLOZ-Zonen, kein Kapazitätsabbau, Erhalt der zweispurigen Führung, Tempo 50, Sicherstellung der Rettungswege, Rücksicht auf private Eigentumsrechte sowie eine realistische und kostenbewusste Planung. Nur ein funktionales, sicherheitsorientiertes und wirtschaftsverträgliches Projekt wird in der Bevölkerung mehrheitsfähig sein.

Schliessen Sie sich der HEV-Stellungnahme an

Teilen Sie die Haltung des HEV bezüglich Neugestaltung der St.Leonhard-Strasse/Oberer Graben? Dann nehmen Sie bis spätestens nächsten Mittwoch, 10. Dezember 2025 ebenfalls an der E-Mitwirkung teil. Wer wenig Zeit hat, kann sich einfach der Position des HEV Stadt St.Gallen anschliessen.